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Diese Reise liegt schon ein wenig zurück, trotzdem möchte ich euch den Beaver Creek River in Zentralalaska vorstellen.

Wildnistouren sind ja schon etwas sehr besonderes.
Aber man muss sich schon im Klaren sein was Wildnis bedeutet-für uns Mitteleuropäer ist das ja schon fast ein Fremdwort geworden.
Europa ist gemessen an Kanada oder eben Nordamerika winzig.
Und sehr gut erschlossen.
Das hilft natürlich.
Meistens jedenfalls, nicht immer, aber Empfang fürs Handy hat man fast überall.

Ganz anders verhält es sich eben bei dem Reiseziel das wir diesmal ansteuerten.

Nachdem wir schon den Yukon von Whitehorse bis Dawson mit dem Kanu befahren haben, wollten wir einen abgelegenen, etwas kleineren Fluss ausprobieren.
Nach einigen Recherchen im Internet sind wir dann auf den Beaver Creek gestossen.
Ein Ausrüster- Alaska Expedition Service- war schnell gefunden und schon landeten wir in Fairbanks.
2 Tage Aufenthalt bei Peter und wir waren ausgerüstet für die Flusstour die 21 Tage dauern sollte, das sind dann ca. 650 Flusskilometer.

Am 3ten Tag ging es dann los, Peter brachte uns mit seinem Pick Up samt Kanu, Ausrüstung und Verpflegung zum Nome Creek- dem Einstiegspunkt dieser Tour.
Wir waren gut gerüstet für drei Wochen Wildnis…Vorräte und Equipment waren darauf ausgelegt uns drei Wochen „über Wasser“ zu halten.

Der Nome Creek ist ein kleiner Zufluss des Beaver und wir mussten viel treideln und das Kanu um Hindernisse wie Sweeper(von der Uferböschung ins Wasser ragende Bäume) herumtragen.
Erst ab der Mündung in den Beaver konnte man von Kanufahren sprechen.

Der Oberlauf des Beaver führt durch die White Mountains und ist traumhaft.
Meist waren die Paddeltage sehr ruhig, es gab nur ein paar Stellen wo man aufpassen musste.
Der Durchbruch zum Beispiel,…hier hatte sich der Beaver seinen Weg mit Gewalt gebahnt und ein neues Flussbett geschaffen.
Hier lauerten Felsen dicht unter der Wasseroberfläche, wir sind auch einmal auf einen, zum Glück sehr flachen, Felsen aufgelaufen.
War aber kein Problem das Kanu wieder flott zu bekommen.
Am Ende des Durchbruchs noch eine scharfe Kurve und dann ist man auch schon durch.

Bei Schönwetter genossen wir den Oberlauf, campten jeden Tag auf schönen Kiesbänken und übernachteten einmal sogar in der Borealis Cabin.
Die Cabin gehört dem BLM, also der Forstbehörde und darf gegen geringe Gebühr benutzt werden.

Das Fischen auf Äschen im Beaver war ein besonderes, wenn auch meist kurzes Vergnügen.
Drei, vier Fische waren meist in einer Stunde gefangen.
Am besten die Fische gleich ausnehmen und die Abfälle in den Fluss werfen.
Man sollte auch darauf achten kein Blut auf die Kleidung zu bekommen…man möchte ja nicht nach Fisch riechen und so womöglich von einem Bären für ein Fischstäbchen gehalten werden 😀
Bis zum Verzehr lagerten wir die Fische in Ziplock-Beuteln im Kanu.
Über der Glut gegrillt ein echter Leckerbissen.

Was uns im letzten Abschnitt des Oberflaufes jedoch Probleme machte war ein Dauerregen der ein paar Tage anhielt.
Der Wasserstand stieg enorm und machte ein Weiterkommen für ein paar Tage unmöglich.
Die Strömung wurde gewaltig und es trieben große Baumstämme samt riesiger Wurzeln im Fluß.
Nachdem der Pegel wieder gefallen war(was ein paar Tage dauerte) konnten wir weiterfahren.
Bei Hochwasser ist auf jeden Fall Vorsicht geboten und man sollte rechtzeitig höher gelegenes Gelände aufsuchen.
Wenn es auch verlockend ist, man sollte sein Camp nicht unmittelbar am Ufer aufschlagen, es reichen ein paar Stunden Dauerregen und
der schöne Campplatz wird überschwemmt.

Der Unterlauf war sehr ruhig, hier mäandert der Fluß in gemächlichen Schleifen dahin.
Hier hatten wir auch die meisten Wildsichtungen, Elche und Bären können immer wieder gesehen werden.

Wir hatten sogar das Glück eine Schwarzbärin mit drei Jungen zu sehen.
Leider zu kurz um auch ein Foto zu schießen.

Nachdem wir den Unterlauf hinter uns hatten und der Beaver in den Yukon mündete staunten wir nicht schlecht…
Hier war der Yukon um einiges breiter und mächtiger als wir ihn von Kanada kannten und es war Vorsicht geboten.
Man sollte auf jeden Fall vermeiden zu weit hinaus zu rudern, es kann sehr schnell Wind aufkommen und dann wirft der breite Strom große Wellen auf.
Mit einem kleinen Kanu gerät man hier schnell in Schwierigkeiten, was wir auch feststellen mussten…
Ansonsten ist es ein wenig eintönig in den Yukon Flats,dafür können die Sonnenuntergänge sehr spektakulär sein.
Hier im hohen Norden dauern die Sonnenuntergänge oft lange und man kann das Farbenspiel lange betrachten.

An der Brücke am Dalton Highway war dann Schluss für uns, hier hatten wir mit Peter vereinbart das er uns abholen würde.
Nach drei Wochen in der Wildnis war es ungewohnt Autos fahren zu sehen- und vor allem zu hören.
Man gewöhnt sich an die Stille und Einsamkeit da draußen und man vermisst sie dann dementsprechend.
Wir bestellten uns im Motel an der Brücke ein ordentliches Frühstück und telefonierten mit Peter.
Ein paar Stunden später saßen wir schon im Truck und das Abenteuer war zu Ende.

After canoeing the Yukon from Whitehorse to Dawson, we wanted to try a remote, slightly smaller river.
After a few researches on the Internet we came across the Beaver Creek.
A outfitter- Alaska Expedition Service- was quickly found and so we booked a flight and landed in Fairbanks.
2 days stay at Peter and we were equipped for the river tour which should take 21 days, which are about 650 river kilometers.

On the third day we started, Peter brought us with his pick-up with canoe, equipment and food to the Nome Creek- the entry point of this tour.
We were well equipped for three weeks of wilderness … supplies and equipment were designed to keep us alive for three weeks.

The Nome Creek is a small tributary of the Beaver and we had to trek a lot and carry the canoe around obstacles like sweepers (trees protruding from the bank to the water).
Only from the mouth into the Beaver one could speak of canoeing.

The top of Beaver leads through the White Mountains and it`s fantastic.
Usually the paddeling was very quiet, there were only a few places where we had to be careful.
The breakthrough, for example, … the Beaver had paved the way for a new riverbed.
Here rocks were lying just below the surface of the water, and we once ran into a very flat rock.
At the end of the breakthrough a sharp curve and then we were through.

In nice weather we enjoyed the upper course, camped every day on beautiful beaches and even once stayed in the Borealis Cabin.
The cabin belongs to the BLM, the forestry authority and can be used for a small fee.

Fishing on grayling in the Beaver was a special, although usually short, pleasure.
Three or four fish were caught in an hours time.
It`s best to remove the innards immediately and throw the waste into the river.
One should also pay attention not to get blood on the clothes … one would not like to smell fish…
We stored the fish in Ziplock bags in the canoe.
Above the embers grilled a real treat.

However, what made last section of the upper course a bit difficult, was a prolonged rain lasting a few days.
The water level rose enormously and made it impossible for a few days for canoeing.
The current became huge and large tree trunks along with huge roots in the river.
After the level fell again (which lasted a few days) we could continue.
In case of floods, caution is advised, and you should search for higher terrain to set up the camp.
If it is also tempting, you should not camp directly on the shore, a few hours of continuous rain and
the beautiful campground will be flooded.

The lower course was very quiet, here the river meanders in leisurely loops.
Here we also had the most wildlife sightings, moose and bears can be seen.

We even had the chance to see a black bear with three cubs.
Unfortunately too short to take a photo.

After we had the lower course behind us and the Beaver had merged into the Yukon, we were astounded at the dimesion of the yukon …
Here the Yukon was a lot broader and more powerful than we knew it from Canada.
One should definitely avoid to steer the canoe far out, it can very quickly wind up and then the wide current throws up large waves.
With a small canoe you get quickly into trouble, which we soon found out …
Otherwise, it is a little monotonous in the Yukon Flats, but the sunsets can be very spectacular.
Here in the far north the sunsets often last long and you can look at the colors playing for a long time on the sky.

At the bridge on the Dalton Highway our tour ended, here we had agreed with Peter that he would pick us up.
After three weeks in the wilderness it was unusual to see cars driving – and to hear.
You get used to the silence and solitude out there and you miss them accordingly.
We orderede a decent breakfast at the motel and called Peter by phone.
A few hours later, we sat in his truck and the adventure was over.

One Comment

  1. Christoph Garstenauer

    Yes it`s really beautiful out there.
    In the upper section the beaver flows through the white mountains and there some hikes are possible.
    Once you`re atop of one of the surrounding peaks you get a great view of the valley!
    happy trails!
    Chris

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