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Da stand ich nun, im Nieselregen, am Beginn des Dempster Highways, jetzt konnte das Abenteuer beginnen.
Den Sonnenbrand den ich mir vor 2 Tagen in Whitehorse geholt habe brannte noch immer auf meinen Armen, aber mittlerweile hatte sich das Wetter geändert und es gab Regen und 12 Grad.
Schon gab es die erste Panne.
Nachdem ich mein Bike zusammengebaut und die Packtaschen montiert hatte musste ich feststellen das eine Tasche fehlt.
Und zwar die mit Proviant für die nächsten 2 Wochen…

Der Busfahrer hatte sich eben unter großem Stress mit einem kurzen „Good by“ verabschiedet und brauste in Richtung Dawson City davon.
In der Hektik hat er alle Gepäckstücke von mir aus dem Laderaum geholt, auf der Straße abgelegt und weg war er.
Ich würde wohl dem Bus nachradeln müssen um meinen Proviant wieder zu bekommen.
Gute 60 km wären es nach Dawson und wieder zurück und es war schon später Nachmittag.
Während ich noch überlegte was am besten zu tun sei, blieb neben mir ein Pick Up Camper stehen.
„Any problems“?
Ich hatte Glück im Unglück, die beiden Camper chauffierten mich nach Dawson wo wir den Bus gerade noch erwischten.
Der Busfahrer staunte als ich hinten aus dem Camper kletterte und auf meine am Boden liegende Tasche deutete.
„Sorry for that“, meinte er.
Eine Stunde später stand ich wieder an der Kreuzung zum Dempster und jetzt konnte mich nichts mehr aufhalten.
Da es inzwischen Abend geworden war radelte ich nur noch ein paar Kilometer und schlug dann mein Lager auf.

Der Dempster Highway befindet sich im Yukon Territory im Norden Kanadas.
Das Territorium grenzt im Süden an British Columbia, im Westen an Alaska und im Norden und Osten an die Northwest Territories und hat etwa 45,000 Einwohner.
Bei einer Landfläche die fast dreimal so groß ist wie Deutschland, kann man erahnen wie viel Platz hier unberührte Wildnis einnimmt.
80% nämlich…
700 km Schotterpiste Richtung Polarmeer lagen nun vor mir vom Klondike bis nach Inuvik am MacKenzie Delta.
Ab hier gibt es Schotter, Erde und Schlaglöcher(davon gibt es wirklich jede Menge).

Man kommt sich schon oft ein wenig verloren vor wenn man stundenlang alleine dahin radelt, aber nach ein paar Tagen gewöhnt man sich daran und
kann die Stille genießen.
Der Rhytmus aus Radfahren, Pause machen, Radfahren, campen, kochen usw. wird schnell zur Routine.
Die ersten 70 km radelte ich gemächlich dahin bis zum Tombstone Territorial Park.
Im Visitor Center wird jeder willkommen geheißen und die Ranger geben gerne Auskunft und Antwort auf alle möglichen Fragen.
„You are in Grizzly Country“, sagt der Ranger zu mir, „take care“!
Ok, werde ich machen dachte ich mir, bis dahin hatte ich jedoch noch keine Tiere gesehen.
Das änderte sich in den nächsten 2 Wochen jedoch und ich bekam Füchse, Kojoten, Elche und auch 2 Grizzlies zu Gesicht.
Nach dem Tombstone geht es über einen Pass- dem höchsten Punkt des Highways.
Ein weiteres Highlight ist der Aussichtspunkt über die Ogilvie Ridge.
Hier blickt man Richtung Osten weit ins Land hinein Richtung Peel River.
Es war ein brütend heißer Tag und vorbeikommende Camper hatten Mitleid mit mir und versorgten mich mit höchstwillkommen Durstlöschern.
„Have a beer!“, eine Hand streckte mir im vorbeifahren eine Dose aus dem Autofenster.
Wirklich sehr nett.

Halbzeit – Eagle Plains.
Eine kleine Insel der Zivilisation mitten in der rauen Natur des Yukon.
Als ich hier mit meinem Rad anhielt konnte ich eine warme Dusche kaum erwarten- staubig ist der Dempster bei gutem Wetter…
Ein kleiner Campground inklusive Duschen und Waschmaschinen.
Ein Restaurant und ein Container-Hotel und eine Werkstatt die fast alles reparieren kann.
Viele benötigen eine Reifenreparatur, der Highway bringt die Reifen an ihre Grenzen.
Ich hatte an meinem Rad zur Vorsorge gleich verstärkte Reifen montiert und hatte keinerlei Probleme.
Nur ein paar Autostunden (oder mehrere Fahrradstunden) von hier befindet sich der Polarkreis.
Wieder eine spektakuläre Aussicht.
Kurz nach dem Polarkreis hatte ich mir einen schönen Campplatz gesucht mit herrlicher Aussicht
Es war ein angenehmer Abend und ich saß im T-Shirt am Feuer.
Mitten in der Nacht aber riss mich ein Unwetter aus dem Schlaf, der Sturm heulte und zerrte an meinem Zelt, es goss wie aus Kübeln.
Der Regen prasselte so heftig gegen mein Zelt das es langsam innen auch nass wurde.
Ich musste Hals über Kopf den Lagerplatz verlassen und einen geschützteren Platz suchen.
Frühmorgens als ich schon um 6 Uhr vom Rock River Campground losradelte kam mir im Nebel ein Grizzly auf dem Highway entgegen.
Als er mich sah bog er sofort von der Straße ins Gebüsch ab und weg war er.
Ich hatte nicht mal Zeit die Kamera zu zücken.
Den Bärenspray hatte ich auf meinen vorderen Packtaschen griffbereit.
Dort blieb er allerdings die ganze Zeit die ich auf dem Dempster verbrachte.
Kurz vor der Grenze zu den Northwest Teritorries kam mir ein Camper entgegen der Fahrer winkte aus dem Fenster ich solle stehen bleiben.
„There are 4 Grizzlies back there“ sagte er.
„Ok“.
„You want a ride“?
„OK“.
Und so packten mich die netten Camper (3 Leute, 1 Hund) kurzerhand ein(zur Erfrischung gab es wieder ein Bier), wir fuhren an besagten Grizzlies vorbei( mittlerweile war nur mehr einer da) und setzten mich in sicherer Entfernung wieder ab.
Hier zwischen dem Rock River und Grenze zu den NWT sind immer Grizzlies unterwegs, es ist Jagdsaison für Karibus und die Bären holen sich die Eingeweide welche die Jäger liegenlassen.
Karibus konnte ich nur mit dem Feldstecher beobachten sie befanden sich weit draußen in der Tundra.
Dann schlug das Wetter um von wechselhaft auf dauer-schlecht.
Bei Regenwetter wird der Dempster zur Schlammschlacht.
Für mich war kurz vor der Peel River Fähre Schluss mit Radfahren.
Nichts ging mehr.
Der Schlamm und der Kies machten ein weiterkommen unmöglich.
Schieben war die einzige Möglichkeit.
Als ich zur der Fähre kam muss ich einen erbärmlichen Eindruck gemacht haben.
Klatschnass und das Fahrrad über und über mit Schlamm bedeckt.
Die Kerle die die Fähre bedienten luden mich auf Kaffee ein, wuschen mein Rad und chauffierten mich dann mit ihrem Pick Up zum nächsten Campground.
Das war ein Service.
Hier traf ich Joe, er betreut seit vielen Jahren den CG und ich konnte mich lange mit ihm unterhalten.
1 Tag Pause musste ich hier machen und meine Klamotten trocknen und wartete darauf das der Highway wieder für mich befahrbar wurde.
Nach der McKenzie Fähre war es nicht mehr weit bis nach Inuvik und bei gutem Wetter eine entspannte Fahrt.
Jedoch ein wenig öde.
Nach 12 Tagen auf dem Bike und ein paar Tagen Pause war ich am Ziel angekommen.
Inuvik hat nicht allzu viel zu bieten, aber alles was ich benötigte war eine heiße Wanne und ein paar Burger.
Beides ließ sich einrichten und zurück ging es dann mit dem Flugzeug.
2 Jahre später kam ich zurück in den Yukon und zwar auf die South Canol Road und nochmals auf den Dempster.
Diesmal mit meinem Bruder und mit einem Mietwagen (welch ein Luxus)!
Kurz nach Johnson`s Crossing, (hier unbedingt nochmal halt machen, auftanken und eine der berühmten Cinnamon Buns essen) nach dem überqueren des Teslin River,
biegt man links in die South Canol Road ein.
Die Strecke bis von Johnsons Crossing nach Ross River beträgt rund 230 km.
Nicht ganz so viele Kilometer wie der Dempster, aber auch unberührte Natur und grandiose Landschaften bietet diese Schotterstraße.
Nicht viele Menschen kommen hierher und wir konnten ein paar Tage in Ruhe die Natur genießen.
Auf jeden Fall sollte man aber mindestens ein Reserverad mitbringen.
Wir hatten nach ein paar Tagen einen Platten.
Wer dann noch nicht genug hat, kann dann noch die North Canol Road befahren, das ist jedoch eine Sackgasse und es gibt keine Möglichkeit zu tanken oder einzukaufen.
Also unbedingt alles Nötige mitbringen.
Als wir dort waren, war es gar nicht möglich die North Canol zu befahren wegen Reparaturarbeiten an der Brücke.
Die North Canol wird wohl der Grund sein warum wir in den nächsten Jahren wieder in den Yukon reisen möchten.
Vielleicht bevor wir mit dem Kanu den Yukon bis nach Dawson befahren.
Wer weiß…
Seht euch die Fotos und Videos an und gebt uns euer Feedback!

Happy Trails,
Euer Naturblog Team!

As soon as the bus had dropped me of at the Dempster Highway junction, i realized that a piece of luggage was missing.
Actually the bag with all my provisions for the next 2 weeks.
The bus driver piled my stuff on the road in a heap and without further ado he said „Good by“ and he was off.
I was thinking what was the best to do, when a pick up camper came to a halt next to me.
„Any problems?“ the driver asked me.
I told them my story and they courteously gave me a ride, so we caught the bus in dawson.
I got my bag from the bus driver („Sorry for that“, he said) and within two hours i was back at the dempster, ready to hit the road with my bike.

The Dempster Highway in the yukon territory is in the wild north of canada.
Only approximately 45.000 inhabitants in a land so huge and wild as you can imagine.
80% of the space is wilderness.
Exactly the right place for a bike tour!

700 kilometres lay before me from the Klondike to Inuvik at the MacKenzie Delta.
Mainly gravel and dirt.
And lots of potholes.
In the midst of the great wilderness of the yukon and the NWT.

The first 70 kilometres to the tombstone territorial park i rode with ease.
There I camped at the campground and took the opportunity to get some information from the rangers.
„You are in Grizzly Country“, they said, „take care“!
„OK, i`ll do that“, i replied.
But so long i had`nt seen any wildlife.
But in the next 2 weeks i met coyotes, grizzlies, moose, caribou and foxes.
The next higlight on the highway was the Ogilvie View point.
Spectacular view at the Peel River and the surrounding mountains.
I met only a few people every day.
Offering me refreshment, like beer and oranges they all were very nice and asked some questions how my trip was going.
Sitting in their comfy campers they simply couldn`t imagine doing the dempster by bike.
I greatly appreciated the comfort at Eagle Plains hotel and campground.
A tiny island in the middle of nowhere, at half distance to Inuvik.
I took a shower, got a burger at the restaurant and felt like the richest man on earth- having eaten only ready meals and oats during the trip so far.
And imagine sitting in a real chair!
A short drive ( or longer one on a bike) from there you can reach the arctic circle.
Another spectacular view point.
The next stop after the arctic circle was Rock River Campground.
In the early morning i met a grizzly on the road, but he took off as soon as he spotted me.
I hadn`t had time to reach for my camera.
But from now on i kept my bear spray at the ready.

As i came near the boundary to the Nortwest Territories a Pick up camper came toward me and the signaled to me to stop.
„There are 4 Grizzlies back there“ the driver said.
„Ok“.
„You want a ride“?
„OK“.
So they took me in and gave me a ride to pass the bears safely.
In this area the annual hunt for caribou took place at this time.
So there are always bears around.
Then the weather changed and it rained every day, until the road was so muddy that i couldn`t drive any further.
At the Peel River ferry the personnel was very nice, they cleaned my bike, poured me hot coffe and offered me a ride to the next campground (I appreciated that gladly) where i had to spend one and a half day in order to get my things dry and
to wait for the road to dry up.
I then made my way toward the McKenzie Ferry and from there to Inuvik it was a pleasant ride.
Sometimes a bit boring as there was nothing to be seen except the tundra.
I met very few people and saw no wildlife.

It took me 12 days on my bike and a few Break-days to get to Inuvik.
Then i took a plane to get back to Dawson City.
I was determined to come back some day to drive the dempster with a car and to spend some time photographing.
As you can see in the video above.
I visited the Yukon with my brother in 2016 and we did the South Canol Road as well as the Dempster Highway.
The South Canol is also very impressive in landscape and wildlife.
But you should always bring a spare tire, as it is a rough road.
Appr.230 kilometres from Johnsons` Crossing to Ross River.
I think we will come back to the Yukon someday to drive the North Canol, but that will be another story to tell you.
So stay tuned!
Happy trails,
your Naturblog team!

2 Comments

  1. Beautiful video. I’m impressed that you also did a tour by bicycle!

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